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Trainer - Lehrer - Persönlichkeit - Motivator - Vorbild - Mensch                   

©Lothar Pöhlitz* - Trainererfolge, auch im Spitzensport, werden in einem positiven Trainingsklima im gegenseitigen Vertrauen mit ihren Sportlern und auch Chefs geboren. Motivation und Lob sind Triebfedern für mehr. Für Spitzenleistungen setzen sie aber Talente, für ein Hochleistungstraining ausgebildete Trainer, Führung, das Wollen und die Bereitschaft der Athleten voraus, gemeinsam mit ihrem Coach alles für die gesetzten Ziele zu tun. 

Aber nur wenn Trainern im Kinder-, Jugend-, Leistungs- und Nachwuchsleistungssport die erforderlichen materiellen und sportmedizinisch-physiotherapeutischen Bedingungen zur Verfügung standen, kann man sie bei „Unzufriedenheit mit den Ergebnissen“ kritisieren oder sie sogar von ihren Aufgaben abberufen.   

Aus der Vergangenheit kennen wir diese Trainer - „Qualifikationen“:

Übungsleiter - C-B-A-Trainer - Lehrer-Trainer –  Diplom-Sportlehrer für Leistungssport - Bundestrainer - Elitetrainer – Goldschmied

Trainer werden ausgebildet um im Sport Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, oder eine Mannschaft technisch, taktisch, konditionell und mental zu trainieren, besser, im Leistungssport erfolgreich zu machen. Für ein langes Trainerleben sollten sie immer auch Scout sein und nicht übersehen, dass ein „Sportler-Leben im Hochleistungssport“ um die 10 Jahre dauert, ein „Trainer-Leben“ aber kann 3-6x so lange dauern.

Auch Trainer sollen sich, nein müssen sich „trainieren“, besser machen, ein Leben lang, um die steigenden Ansprüche an sie auch erfüllen zu können. Wer glaubt er ist der / die Größte, hat schon verloren. Modernes Wissen, Mentalität, Kommunikation und sie nach Enttäuschungen auch einmal in den Arm zu nehmen, seine Läufer täglich besser machen zu wollen, sind Voraussetzungen für große, aber auch beständige Erfolge. 

Die wichtige Topeigenschaft, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen, kann man „studieren“. Ob ein Goldkörnchen dabei ist, zeigt sich meist erst im oder nach dem ersten Trainingsjahr.

„Die Kindheit ist die Lebensphase, in der das meiste Wissen und Können angelegt wird. Deshalb sind große Investitionen in die frühe Bildung und in gute Lehrer wichtig. Die Gene sind der Rucksack und diesen Rucksack muss man füllen. Wer sein Gehirn nicht füttert und fordert sollte sich nicht wundern, wenn die Ergebnisse ziemlich übersichtlich bleiben“                (Hannah Monyer - „Das geniale Gedächtnis“)

       Und noch eins vornweg: Trainer, die im Leistungs- oder Hochleistungssport arbeiten wollen, sollten nicht glauben, dass nur Erfolge auf sie warten. Erwirb deshalb früh die Fähigkeit mit Deinen Läufern auch nach Niederlagen positiv, für sie hilfreich umzugehen.

Zu viele beachten in ihrem Gruppentraining zu wenig, dass jede/r junge Läufer „anders“ ist. Seit Toni Nett – der das Training Weltbester nach Deutschland brachte - hat sich die Trainingsmethodik weiterentwickelt, Spitzenleistungen und die Leistungsdichte in den Laufdisziplinen in nicht erwartete Sphären ermöglicht. Höhentraining und spezielle Kraft am Berg oder im Kraftraum wurden durch Informationen von Spitzenläufern und ihren Trainern, wenn auch nicht immer ganz ehrlich, öffentlich.  

Langjährige Erfahrung ist:

Wer im Vergleich zu den Weltbesten zu wenig „tut“, in den Laufdisziplinen das moderne Höhentraining nicht nutzt, keine Zeit für 12 Trainingseinheiten pro Woche hat, nicht für Wettkämpfe trainiert, die Trainingsmethodik nicht beherrscht, Ernährung und Schlaf nicht passen, hat auch kein Recht auf Erfolge. Im Hochleistungssport zählt nur die erbrachte Leistung, nicht das fehlende Bekenntnis zur Niederlage oder das ich hätte ja eigentlich mehr gekonnt, wenn…

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Nachdem immer wieder - vom DOSB, dem DLV und den Medien - versucht wird, die Ursachen für die Leistungsdefizite auf breiter Front den Trainern und Athleten anzulasten, sie abzuberufen oder Athleten zu früh nicht weiter zu fördern, nicht zu nominieren, müssen sich endlich die Funktionäre zu  ihrer Verantwortung bekennen.

Die Funktionäre müssen für Trainer und Athleten die Bedingungen und Voraussetzungen für Nachwuchs- und Spitzenleistungen schaffen, nicht nur Leistungsstrukturen formulieren, Bundesstützpunkte plötzlich den Olympiastützpunkten an die Seite stellen, sondern auch die organisatorischen, materiellen Bedingungen, das Führungspersonal und die Trainer für ihre Verwirklichung der Ziele zur Verfügung stellen und finanzieren. Das heißt, dass die „Erfinder der Konzepte“ auch mitverantwortlich sein müssen, dass sie praktikabel an den jeweiligen Orten, wie beispielsweise zuletzt bei den DM Cross in Sonsbeck, umgesetzt werden. Vertrauen ist gut, Kontrolle wäre gut, gilt doch auch für den DLV.

Mentalität - Partnertraining - „siegen wollen“

Sportliche Spitzenleistungen sind das Ergebnis eines mehrjährigen optimalen Trainings von Talenten. Alles beginnt im frühen Kindertraining. Natürlich mit einer für das individuelle Ziel notwendigen Belastung und das im mehrjährigen Trainingsprozess die im Wettkampf gebrauchten psychischen Fähigkeiten mitentwickelt werden. Erfolg hat, wer seine Läufergruppe nachhaltig für seine Ziele motivieren kann und das Partnertraining gleichstarker immer wieder organisiert. Vor allem bei wichtigen Trainingseinheiten, mit der wettkampfadäquaten Belastung und hohen Umfängen, kurzen Pausen und zielgeschwindigkeitsorientierten Tempo motiviert, um eines Tages mental gestärkte und von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugte Männer und Frauen in die wichtigen Rennen zu schicken. Dabei führen im Hochleistungstraining Medaillen bei EM, WM oder Olympischen Spielen auch Trainer in den sportlichen Olymp, die Medien machen sie dann gern zum Erfolgstrainer.

Vor allem in der Mentalität von Läufern, aber auch Trainern findet man den Schlüssel für Spitzenleistungen und große Siege. Ich habe aber auch schon Läufer und Läuferinnen erlebt, von denen ich Jahre vorher nicht erwartet hätte, dass sie eines Tages erfolgreich um Medaillen kämpfen. 

Trainer sollten sich von Anfang an in ihrer Arbeit, schon im Kindertraining, vom Motto leiten lassen:

      „Alles Training zielt auf Wettkämpfe“

Es ist sicher jedem klar, dass Trainer im Hochleistungssport Profis sein müssen, die ihr Leben voll in den Dienst der Sache stellen, im Umgang mit ihren „wertvollen Außergewöhnlichen“ zugleich durchsetzungsstark sind, aber auch menschlich mit ihnen umgehen, wenn sie mit mehreren Generationen Erfolg anstreben und von ihrem Job auch leben wollen. 

So wie außergewöhnlich begabte junge Läuferinnen und Läufer Trainingsbedingungen und einen erfahrenen Top-Coach brauchen, so brauchen Erfolgstrainer, am besten „Wunderkinder“ mit den nur positiven Eigenschaften für d i e am besten geeignete Sportart oder Laufdisziplin. Damit ist sicher, zumindest den Spitzentrainern, klar, dass es Wunderkinder mit den notwendig komplexen Eigenschaften gar nicht gibt.

Niederlagen sind Teil des Erfolgs, unterstützen diesen Prozess nachhaltig, wenn sie zu trainingsmethodischen Konsequenzen führen. In den nächsten Wochen danach zeigt sich, wer sich „anders“ auf den jeweiligen Höhepunkt vorbereitet. Bestleistungen im Training helfen Kopf und Beinen vor allem beim Jahreshöhepunkt die beste Leistung abzuliefern. 

Positiv denken, besser machen, seine/ihre Stärken und Qualitäten erkennen und im Training und in den Wettkämpfen ausprägen, Disziplin fordern und sie lehren sich immer besser als zukünftiger Profi zu organisieren, sind Traineraufgaben. Dafür müssen sie mit ihnen reden, Fehler aufzeigen, auf alle Fragen eine Antwort haben sie öfter motivieren als zu kritisieren.

Trainer müssen labilen Läufern Selbstvertrauen und mentale Stärke vermitteln können und lehren die Angst zu besiegen. Mensch Trainer, nimm ihn / sie besser nach einer unerwarteten, bitteren Niederlage in den Arm als ihn / sie „abzukanzeln“. Dann kommt die Motivation für noch besseres Training schneller zurück.

 „Als Trainer musst Du Dich der Herausforderung stellen, immer einen Schritt weiter nach vorn machen wollen", sagte Pep Guardiola einmal über Jürgen Klopp

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Die kennen bestimmt alle 

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Mentale Stärke ist Voraussetzung für Siege in allen Altersklassen für Sportler & Trainer. Die nicht so seltenen Leistungseinschränkungen durch Angst resultieren aus Hemmungen etwas falsch zu machen. Dann machen immer wieder kleine Erfolge stärker.

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Trainer müssen mit Niederlagen und Siegen gleichermaßen gut umgehen

Selbst- und Trainer-Motivation steuern jede Handlung, machen jede Leistung besser

Nur wer konzentriert, mit der notwendigen Willenskraft im nervlich guten Zustand, mit der Überzeugung es auch zu packen, für sich grenzwertige Trainingseinheiten erfolgreich bewältigt, wird den gewünschten Effekt erzielen. Selbst- und Trainer-Motivation steuern jede Handlung. Grundlage dafür ist das persönliche Motiv, das auf der Basis unterschiedlicher Persönlichkeitsstrukturen, auch unterschiedlich (mehr positiv oder mehr negativ) zielbestimmt ist. 

Erfolgreiche Athleten ziehen ihre Motivation aus dem Ziel sportliche Spitzenleistungen in ihrer Altersklasse zu wollen. Psychische Stärke wird durch hartes, grenzwertiges, sie überzeugendes Training und Wettkämpfe ausgeprägt. Mit Spiel-Leichtathletik werden junge Talente nicht „vorgebildet“. Wettkampfnahe Belastungen und erfolgreich gestaltete Aufbauwettkämpfe, aber auch Wettkampferfahrungen durch Niederlagen helfen schon 12-14jährigen. Der / die Trainer müssen sie aber möglichst „von klein an hinführen“. 

Wettkampferfahrung ist für das von allen angestrebte „Gold - Goldwert“.

Weniger sichere Athleten bringen durch ihre „noch“ nicht besiegbare Angst nicht selten ihre Leistungsfähigkeit nicht auf die Bahn. Die Ausbildung ihrer Fähigkeiten, sich auf die gestellten Aufgaben im Rennen zu konzentrieren, sich nicht durch unvorhersehbare Situation (z.B. Wind, Stürze oder Gedränge) ablenken zu lassen. Besonders ihre Überzeugung die gestellten Aufgaben auch lösen zu können oder durch die notwendige Kampfbereitschaft auch „müde Phasen“ zu überstehen bzw. die Trainingserfahrung sich in Endphasen noch besonders mobilisieren zu können, erfordert langfristig stetige Einwirkungen des Trainers. 

Wer nach einem Sturz im Rennen zu lange liegen bleibt war ungenügend auf die möglichen Rennsituationen vorbereitet.

Misserfolge sind individuell und haben Gründe

Angst vor der Belastung oder dem Versagen, Zweifel, Erinnerungen an die letzte Niederlage, Taktikfehler, unerwartete Renngestaltung, ungenügende Frische, nicht optimale klimatische Bedingungen, Druck durch mediale Ankündigungen oder das familiäre Umfeld, den Trainer, den Manager, Funktionäre, überraschend auftretende scheinbar bessere Gegner, nicht erreichbare Qualifikationsnormen, mangelhafte Konzentration, größere Zeitplanverschiebungen, negative Gedanken usw.

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Eine hohe Motivation ist für eine gute Wettkampfleistung wichtig, wer aber vorher die notwendigen Trainingsbelastungen nicht realisiert hat, wird es nicht zu der „geträumten Wettkampfleistung“ bringen. Deshalb ist die individuell höchste physische Leistungsfähigkeit die erste Voraussetzung für die persönliche Bestleistung. Auch Trainer sollten wissen, dass Training nur bis zur Wettkampfzielgeschwindigkeit in der Regel nicht zur neuen Bestleistung führt.

Leider sind nicht alle auf der Strecke lernfähig, machen jedes Jahr die gleichen Fehler. Dabei liegt es oft gar nicht am Training, vielmehr werden die individuellen Schwächen in der Willensbereitschaft und der fehlenden mentalen Stärke schon im Training nicht erkannt und die Hilfen von Leistungs-Psychologen nicht in Anspruch genommen.

Glauben, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein 

sind die Grundvoraussetzung für jede sportliche Spitzenleistung. Ohne einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst, an die Überzeugung, dass man über das Wissen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten und die Kontrolle über Training und Wettkämpfe verfügt, sind überdurchschnittliche Leistungen nicht möglich. 

Wer sich selbst wenig zutraut, wer vor einem bestimmten, harten Trainingsprogramm Angst hat, wer sich vor einem wichtigen Wettkampf durch sein Umfeld oder seinen Papa-Coach zu stark unter Druck setzen lässt, seine aktuell-individuelle Leistung unterschätzt und Misserfolgsgedanken im Kopf mit an die Starlinie nimmt, wird keine gute Leistung zustande bringen.  Auf einem besseren Weg ist wer nach einem grenzwertigen, harten Trainingsprogramm mit sehr gutem Gefühl und zufrieden nach Hause geht. 

Der Trainer kann nur helfen, wenn der Sportler fit und sein Kopf für die Ziele programmiert ist

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Die Realisierung einer geplanten Wettkampf-Zielgeschwindigkeit, ganz gleich über welche Strecke, erfordert die ständige Auseinandersetzung mit dem Tempo, der Streckenlänge, den Pausen, den Gegnern, den Witterungseinflüssen, den tobenden Zuschauern und dem eigenen Befinden in den verschieden taktischen Situationen.

Mentales Training für Läufer muss bewirken, dass

   Er/sie fähig ist, die im Training erworbenen Fähigkeiten im Wett-kampf erfolgreich umzusetzen, sich rechtzeitig mental auf das Rennen einzustellen, heute gilt´s. Der/die Sportler haben keine Angst zu versagen, weil er/sie gut trainiert haben.

   Er/sie seine Leistungsfähigkeit für das Training und den Wettkampf realistisch einschätzen, die Aufgabe muss zu lösen sein

   die geplante Leistungszielgeschwindigkeit – auch in Hasenrennen, oder in Vor- bzw. Zwischenläufen bei DM, EM, WM, OS, durch Konzentration auf sich selbst bei „klarem Kopf“ für die Aufgabe, zu treffen, d.h. nicht zu überziehen. Tempogefühlstraining macht sicherer.

   auch bei höchster Belastung und hoher Konzentration gleichzeitig muskulär locker und entspannt, aber aktiv zu agieren. Der Sportler geht mit einer positiven Erregung in den Wettkampf und ist bereit den Anderen zu zeigen, wie gut er trainiert hat. Er will gewinnen oder wenigstens sein persönliches Ziel erreichen.

   Willensspannkraft und Willensstoßkraft so dosiert und kontrolliert einzusetzen, dass auch die vorgesehene physiologische Wirkung erzielt wird, natürlich muss das der Trainer lehren.

   Denke bewusst an die positiven Dinge, gehe gut gelaunt zum Frühstück, Deine Lieblingsmusik sollte Dich bereits seit dem Aufstehen begleiten

Psychologen und Ernährungsberater sind so wichtig wie Trainer

Hilfreich und unterstützend bieten sich psychoregulative Entspannungs- und Mobilisationstechniken – wie autogenes Training, Yoga, Atemübungen oder die progressive Muskelrelaxation nach JACOBSEN, an. Für den Laufbereich ist wichtig, dass während des Trainings eine Beeinflussung im Sinne einer Optimierung der Muskelspannung in den verschiedenen Körperbereichen gelingt und erfühlt wird. 

Der Sportler lernt, eines Tages auf durch den Trainer zugerufene Begriffe wie „oben locker“ oder „groß bleiben“ oder „lang“ oder durch Selbstbefehle zu reagieren und damit eine möglichst ökonomische Lauftechnik, eine optimale Bewegungsstruktur bei der gewollten Geschwindigkeit bis ins Ziel, aufrecht zu erhalten. 

Wissen müssen Sportler und Trainer das bei vollen, lauten Stadien eine Einflussnahme von außen nicht möglich ist. Deshalb ist sinnvoll, bereits bei Wettkämpfen im Nachwuchsleistungstraining sie zu lehren die Aufgaben in Rennen „selbstständig ohne Einfluss von außen“ zu gestalten. Natürlich folgt dann danach das Lob oder die Besprechung. 

Leistungssport-Psychologen und Trainer erkennen gemeinsame Schwachstellen und vermitteln die Techniken und Aufgaben, die schließlich im Training erlernt, geübt, verfestigt und schließlich zunächst bei weniger wichtigen Wettkämpfen immer wieder auf ihre Wirksamkeit hin erprobt werden. Einmal ist keinmal. Trainer überwachen die Gesundheit, brechen das Training rechtzeitig bei Verletzungsverdacht ab und kümmern sich um ihre kranken und verletzten Sportler.

Höchstleistungen im Wettkampf setzen vermitteltes Wissen und Handlungsbereitschaft voraus. Nicht die Trainer, sondern die Athleten müssen die Bestleistung im Training und dann Siege wollen. Am besten ist, wenn der Läufer weiß, welche Aufgaben er im Rennen hat

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Profi-Coaches wissen: wer eine Medaille will, muss um Gold kämpfen

„Die Frage ist nicht, ob ich gewinnen will, sondern  was ich dafür tue, in der Einstellung liegt der entscheidende Schlüssel zum Erfolg“.                                                                                  (Felix Magath im Sport 1 Doppelpass 24.10.2021)

Trainer motivieren ihre Athleten durch:

*     Lob und anerkennende Worte, positive Orientierung

ein positives Trainings- und Wettkampfklima - „nutze Deine Gegner im Training, um sie im Wettkampf zu besiegen“

realistische, aber auch herausfordernde Trainings- und Wettkampfziele, in Überreinstimmung mit den Zielen der Athleten

Herausbildung des Leistungs- und Siegeswillens

Ziel: Verschiebung der individuellen Grenzen

Erziehung zur Selbständigkeit und Selbstverantwortung

Vorbildwirkung und positive Selbstdarstellung

Vertrauen in die Athleten und weitere Verstärkung ihrer Stärken, aber auch Abbau der Schwächen

sachliche Analysen positiver, aber auch negativer Wettkampfergebnisse, ehrliche Beurteilung der Anstrengungsbereitschaft, 

aber auch durch Aufzeigen der Perspektive

*      Erfahrungsanalysen nach Niederlagen, Du hast gut trainiert jetzt kommt es darauf an........, sagt der Coach

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Man kann sich nur Ralf Rangnick anschließen der am 6.7.2021 bei der Süddeutschen forderte: "Bundestrainer sollte ein Fulltime-Job sein". Noch dazu wo sich die Aufgaben darin unterscheiden, dass vom Leichtathletik-Bundestrainer erwartet wird, dass sie rund um die Uhr in den 20-30 Stunden Training, auch in den Trainingslagerwochen bei ihren eigenen Athleten, dabei sind.

       Wenn Du eine(n) gute(n), auch mit dem oft zu schnell vergebenen Prädikat Supertalent, gefunden hast, gehe sofort los und suche nach einem besseren. Viele Trainerkarrieren haben mehrere Sportlerkarrieren überdauert.

       Wundere Dich als Trainer nicht wenn Deine Athleten nach Erfolgen über sich sprechen, sich aber an ihre Trainer nicht erinnern. Erziehung ist eine Deiner Aufgaben.

       Kümmere Dich nach Wettkämpfen zuerst um die Verlierer, um die Sieger kümmern sich erst einmal die anderen. Nach Niederlagen solltest Du sie aber ruhig einmal in den Arm nehmen.

       Trainer, die es schaffen, bei ihren Talenten den Ehrgeiz zu entfachen, gehören zu den erfolgreichen. „Übererfüllte“ Trainingsziele stärken das Selbstvertrauen und den Glauben, dass die Ziele doch erreichbar sind.

       Deine Verantwortung bleibt, solange „ihr“ Partner seid. Hinter jedem Athleten steckt ein Mensch, der es verdient, über seine sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus mit Respekt behandelt zu werden.

Trainer oder Papa-Coaches, die in einem Verein nicht über die notwendigen Bedingungen verfügen, nicht die Qualifikation für die Ausbildung von Spitzenleistungen haben, sollten die Entwicklung ihres „Wunderkindes / besonderen Talents“ nicht behindern, sie rechtzeitig, aber auch gut geprüft, einem „Profi-Coach“ zuführen oder einer Sportschule anbieten. Sie werden sich eines Tages im Erfolg bestimmt auch an „S i e“ dankbar erinnern. 

Zuletzt noch ein Blick über den Zaun:

Wichtig ist, das Training ständig zu einem Ort des Lernens zu machen, wünscht sich „Norges Skiforbund“ von seinen Trainern.               

            Wir schließen uns dem natürlich gern an.

Die „Verantwortung des Trainers“ im norwegischen Sport beruht so gut wie möglich auf dem Hintergrund einer ganzheitlichen und wertemäßigen Betrachtung:

1. Der TRAINER bereitet das Training so vor, dass die Sportler Spaß am Sport haben und ihr Potenzial so gut wie möglich entwickeln können

2. Der TRAINER ist ein gutes Vorbild und repräsentiert den Sport in würdiger Form. 

3. Der TRAINER behandelt alle Sportler gleich, unabhängig vom Geschlecht, und sozialen Status und 

4. Der TRAINER entwickelt die Sportler mittels Einbeziehung, Reflexion, Dialog und Übertragung von Verantwortung. 

5. Der TRAINER sichert die Gesundheit und Sicherheit der Sportler und kümmert sich speziell um kranke und verletzte Sportler. 

6. Der TRAINER zeigt sich gegenüber den Werten des Sports, dessen Regeln und Bestimmungen sowie den Richtlinien des eigenen Sportvereins loyal. 

7. Der TRAINER befolgt die Rechte von Kindern im Sport, die Bestimmungen zum Kinder- und Jugendsport

8. Der TRAINER befolgt die Richtlinien des Sports gegen sexuelle Belästigungen und Übergriffe. 

9. Der TRAINER befolgt die Haltungen des Sports zum Alkoholkonsum und zum Rauchen im Zusammenhang mit Sport. 

10. Der TRAINER widersetzt sich jeglicher Form des Dopingmissbrauchs. 

11. Der TRAINER folgt den Prinzipien des Fair Play und widersetzt sich unehrlichen Wettkämpfen und Ergebnisabsprachen. 

12. Der TRAINER reagiert auf jegliche Form von Diskriminierung, Belästigung und Hetze. 

13. Der TRAINER respektiert andere Trainer, Eltern, Schieds- und Kampfrichter und Verantwortliche. 

14. Der TRAINER befördert keine eigenen wirtschaftlichen und sportlichen Interessen zulasten der Interessen von Sportlern und/oder des Sports. 

Trainer sind die Allzweckwaffen des Sports…….

……sie sind Fachtrainer - Motivatoren - Impulsgeber – Tröster – Pädagogen – Psychologen – Physios - auch mal ein bisschen Arzt - Vorbilder – Fahrer – Persönlichkeiten - Papa/Mama - Manager - Organisatoren – Koordinatoren - Trainingspartner - Scouts und am besten auch Goldschmied.

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Fotos: Privat, Kiefner, Brüssel, Ayadi, dlv, Wilhelmi, Rigal, Schneider

Layout: Bettina Diller

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 *Lothar Pöhlitz – Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / 1959-1971 Trainer und Cheftrainer   beim SC Chemie Halle / 1971 - 1979 Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums für Lauf – Trainingsmethodik im DVfL / 1979-1985 Sprinttrainer beim TSV Bayer 04 / seit 1980 18 Jahre DLV-Bundestrainer Mittel-strecke, Langstrecke, Marathon / 3x Olympia-Trainer für Deutschland / Langjähriger Dozent an der DOSB-Trainerakademie und DLV-Trainerschule / Fachbuchautor