16jährige Athletin der LG Telis Finanz startet bei U18-EM über 3.000m

Drexler3 Challenge22 Habermannfoto
Regensburg, 28. Juni 2022 (orv) –  Das Format ist neu. Zum ersten Mal gibt es in Jerusalem vom 4. Bis 7. Juli Europameisterschaften für die Altersklasse der unter Achtzehnjährigen. Dabei im deutschen Aufgebot ist auch ein Talent der LG Telis Finanz Regensburg. Sie vertritt an historischer Stätte den Deutschen Leichtathletik-Verband über 3.000m. Dafür hat sich die zierliche Gymnasiastin aus dem niederbayerischen Hutthurm zusammen mit ihrer Trainerin Doris Scheck akribisch vorbereitet. International tritt sie in die Fußstapfen einiger  Teamkolleginnen bei kontinentalen Nachwuchs-Titelkämpfen. Corinna Harrer, Susi Lutz, Miriam Dattke und Emma Heckel haben dort in den letzten Jahren bereits elf Mal Einzelmedaillen gewonnen und Miriam Dattke war 2017 sogar U20-Europameisterin über 5.000 Meter. So jung wie „Franzi“ war aber keine der vier Damen bei ihrem ersten Einsatz im Nationaltrikot.

Schon bereits im vergangenen Herbst ausgefüllten Erfassungsbogen für den Jugend-Nationalkader stand als Saisonziel U18-EM Jerusalem mit der Wunschstrecke 3.000m. Die dafür nötige Norm des DLV hakte die äußerst zielorientierte Läuferin bereits bei der „Challenge“ Ende April „dahoam“ auf der schnellen Rundbahn am Regensburger Oberen Wöhrd ab. 9:45,00 Minuten waren gefordert, bei Franziska Drexler blieben die Uhren schon nach 9:35,09 Minuten stehen. Das abschließend für eine Nominierung angesetzte Ausscheidungsrennen am 18. Juni in Walldorf gewann sie dann souverän, als einzige bei einer Bullenhitze  nochmals unter Normwert bleibend. „Die Bedingungen waren da alles andere als angenehm für die Mädels. Im Grunde war das Rennen aber die richtige Einstimmung für Israel. Dort wird es wohl am 6. Juli, dem Tag der 3.0000m Entscheidung um 19.15 Uhr deutscher Zeitrechnung noch heißer sein“, stimmte Telis Teamchef Kurt Ring gleich mal auch Jerusalem ein.

Genetisch unbelastet ist die Niederbayerin im blauen Trikot des Regensburger Renommierclubs allerdings nicht. Mama Birgit war unter dem Mädchennamen Grabmeier im selben Alter ihrer Tochter fast genauso schnell, studierte dann in Regensburg Medizin und lernte dort ihren Mann Andreas, jetzt Zahnarzt in Hutthurm kennen und lieben. Sechzehn Jahtr später streift sich nun deren Tochter das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust über.  Die ersten läuferischen Schritte machte das Jungtalent zu Hause in Hutthurm, ehe ein Intermezzo beim LAC Passau folgte. Mutter Birgit war es dann, die weiter an der Karriere ihrer Tochter bastelte, Verbindung zum Erfolgsteam in Regensburg aufnahm und seither als Fahrerin zwischen Heimatort und Trainingsstätte zwei Mal pro Woche große Opferbereitschaft und Zubringerleistung bringt.

Im für Europameisterschaften exotischen Austragungsort kann das Telis-Sternchen absolut „ohne Druck“ an den Start gehen. Als eine der Jüngsten im 19-köpfigen 3000m Starterinnenfeld sind mit der Dänin Sofia Thögersen mit einer persönlichen Bestleistung von 9:16,09 Minuten der Britin Jessica  Bailey (pB 9:19,12min) ganz schnell die Siegaspirantinnen ausgemacht. Dahinter wird’s betreffend der Vorleistungen im Sekundentakt eng. Die Belgierin Charlotte Penneman (Jahresbestleistung 9:31,78min) und die Türkin Edibe Yagiz (pB 9:34,61min) liegen in der Nennliste schon im Dunstkreis vor Franziska Drexler und zwei Mädels aus Norwegen und Frankreich folgen mit Zeiten zwischen 9:36 und 9:38 Minuten. Es kann also vieles an jenem für die Regensburgerin so magischen Abend. „Schau Dir mal Emma Heckels Lauf zu EM-Bronze letztes Jahr in Tallinn an“, stimmte sie ihre Trainerin betreffs Renngestaltung ein, „die hat da alles richtig gemacht.“ „Die Franzi kann überhaupt nichts falsch machen. Ganz egal, was passiert, die sammelt ihre ersten internationalen Erfahrungen und das ist für den Anfang das Wichtigste“, nimmt Teamchef Kurt Ring dann noch den letzten Druck vom kleinen Wirbelwind mit dem riesigen Kämpferherzen.