Lauftrainer Kurt Ring zeigt Optionen auf

Telis Armada Dagersheim19 PfliegerfotoRegensburg, 2. Mai  2020 (orv) – "Wettkämpfe in den Disziplinen Lauf/Gehen können unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und der weiteren Sicherheitsvorkehrungen ab 800 m eigentlich nicht umgesetzt werden. Vorstellbar sind Wettkämpfe in diesen Disziplinen nur unter der Voraussetzung, dass über entsprechende zeitnahe Gesundheitsnachweise (z.B. Corona-Schnelltest, Fiebermessung) alle teilnehmenden Sportler gesund sind", manifestiert der Deutsche Leichtathletik-Verband in seinen "Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in das vereinsbasierte Sporttreiben und die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebes."  Auf Grund der Tatsache, dass derzeit andere Berufs- und Bevölkerungsgruppen bei Corona-Tests Priorität haben, wäre das für den Bereich Lauf der Knockout für baldige kleinere Wettkämpfe. Kurt Ring, Teamchef der LG Telis Finanz, erfahrener Lauftrainer  als auch Organisator von großen Laufe- und Stadionevents, ist da ganz anderer Meinung als die Experten des DLV. „Wenn wir mal unseren Traditionalismus in unserer Sportart etwas bei Seite legen und nur ein bisschen Phantasie zulassen, sind Laufwettbewerbe unter Einhaltung der derzeit vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln durchaus locker möglich.“

Andere Sportarten wie Biathlon, der Skisport oder auch der Moderne Fünfkampf haben aus  Gründen der besseren medialen Darstellung schon längst viele alte Wettkampfformen stark verändert und generierten damit riesigen Erfolg. Dem Biathlon, noch vor einigen Jahrzehnten ein „hässliches Entlein“ unter den Wintersportarten ist es sogar gelungen, aus einem Wettbewerb gleich fast ein ganzes Dutzend zu machen und gleichzeitig zur medialen Wintersportart Nummer eins aufzusteigen, mit Live-Übertragungen und TV-Zuschauerquoten im Millionenbereich. Ring fügt noch eine weitere grundsätzliche Überlegung hinzu: „Eigentlich alle bekannten Sportarten bieten bei ihren Veranstaltungen exklusiv einen Wettbewerb an, die Leichtathletik immer noch einen oft verwirrenden Mix von vier oder fünf gleichzeitig stattfindenden Wettbewerben. Jetzt wäre mal die Chance da, wie bereits im Marathon erfolgreich praktiziert, nur noch einen Wettbewerb in den Fokus zu stellen.“

 Am Beispiel der 800m zeigt er unter Anlehnung auf andere Sportarten auf, wie innovative Änderungen Wettbewerbe genauso attraktiv und medial vorzeigbar machen könnten. „800m sind in Bahnen gelaufen genauso lang wie bei der traditionellen Ausführung, derzeit müsste man einfach eine Bahn auslassen und die acht Halbfinalisten über 800m-Zeitläufe, ähnlich dem Zeitfahren bei den Radfahrern und auf die besten 20 begrenzt, im unmittelbaren Vorfeld der Meisterschaften ermitteln. Allein der Zeitaufwand ist höher. Auch für die 1.500m ginge das noch. Diese Wettkampfform würde den Läufern taktisch auf Grund der Kurvenvorgaben sehr viel abverlangen und auch bei vielleicht sogar später möglichen Zuschauern für Spannung bis zuletzt sorgen, weil erst auf der finalen Zielgeraden jegliche Kurvenvorgabe der äußeren Bahnen aufgebraucht ist.“ Ring kann sich auch Verfolgungsrennen à la dem Bahnradsport mit verschiedenen Startpunkten bei der 200m-Startlinie und im Ziel vorstellen, dies sogar als Teamwettbewerb bestehend aus zwei Teammitgliedern, dann wieder in Bahnen gestartet. Einziger Wermutstropfen wäre, der Verlust von eventuellen Rekordzeiten.

Bei 5.000m Läufen, schlägt Ring vor, „könnte man ein Achterfeld mit zeitversetztem Starts der einzelnen Läufer  von fünf Sekunden ähnlich wie beim Biathlon früherer Zeiten, beginnend mit dem Meldeschnellsten, auf die Reise schicken. Überholt werden darf nur unter Einhaltung einer Windschattenregelung auf Bahn drei“. Ring setzt dafür die elektronische Zeitmessung mit Chips wie im Straßenlauf voraus, mit einem gewissen finanziellen Aufwand sogar super auf einer Videowall darstellbar.

Auch bei 10km Straßenrennen sieht der Regensburger Teamchef bei leistungsadäquatem Teilnehmerfeld auf einem zirka vier Meter breiten, gut kontrollierbaren Rundkurs und Chipmessung, sowie der Einführung der Windschattenregelung à la Triathlon Möglichkeiten zur Ausführung von Rennen. „Es müssen ja nicht immer die Massenevents mit tausenden von Teilnehmern sein, die natürlich bis zum Zeitpunkt eines möglichen Impfstoffes sowieso passé sein werden“, relativiert er das Ganze noch einmal. Der als Querdenker bekannte Regensburger Coach will damit nicht auf Konfrontationskurs mit dem DLV gehen, sondern seiner Lebensphilosophie „Geht nicht, gibt’s nicht“ entsprechend Denkanstöße geben, weil „die Laufbewegung eine der größten leichtathletischen Errungenschaften überhaupt ist und man dafür durchaus zumindest ein wenig Denkschmalz vergeuden sollte, damit sie bei einem möglichen Neustart nicht hinten runterfällt“