Auf den Mittelstrecken werden bei Laufnacht und Sparkassen Gala keine Tempomacher eingesetzt

Laufnacht 2019 0936Regensburg, 13. Juli  2020 (orv) – Jedes große Meeting hat seine Jagdzeiten auf der Rundbahn. Immer dann, wenn im Zeitplan die Hatz nach Bestzeiten auf den Mittelstrecken angesagt ist. Mehrere Gründe sprechen bei der Laufnacht und der Sparkassen Gala dagegen, für diese Rennen in diesem Jahr Tempomacher einzusetzen. In Zeiten der Corona-Pandemie können international bis 1. Dezember keine Normen erzielt werden. Die unmittelbar bevorstehenden Deutschen Meisterschaften fordern von den Athletinnen und Athleten andere Qualitäten als einfach nur nach Bestzeiten zu jagen. Taktik, der Kampf Frau gegen Frau bzw. Mann gegen Mann um den Sieg und die vorderen Plätze hat nun Priorität. Für diese Meisterschaften zählen außerdem die Leistungen aus dem Vorjahr. Wer sich da noch jetzt in Regensburg auf den letzten Drücker ins dafür ausschlaggebende Ranking hinlaufen will, braucht keine Hasen. Deutschlands beste Mittelstreckler/Innen sind dort am Start. Es wird also von vornherein schnelle Zeiten geben.

„Auf den Langstrecken sehen wir auf dem ersten Kilometer allein in den A-Läufen der Frauen und Männer Gründe, das Tempo anzuheizen. Bei der Qualität unserer Felder haben wir schon bei der 3.000m Challenge und dem Mittsommerlauf gesehen, dass sich die Rennen dann von selbst entwickelt. Es gab geradezu eine Sintflut von neuen persönlichen Bestzeiten“, erklärt Meeting Direktor Kurt Ring die etwas veränderte Lage, „ich bin überzeugt, wir werden tolle Leistungen erleben.“ Er ist sowieso bekanntermaßen kein Freund dieser monotonen Zeitenjagden. „Meistens verkrampfen die Athleten, weil alle zweihundert Meter penibel überprüft wird, ob die Zwischenzeiten noch stimmen. Am Ende geht die Hälfte des Feldes ein, weil sie vergessen, was das Wichtigste bei jedem Rennen ist: Der Sieg und die vorderen Plätze“.

Ring hat da eine ganz besondere Zukunftsstrategie: „Die ewige Jagd nach Rekorden und Normen stumpft ab, macht die Athleten von Rennen zu Rennen nur müde. Wenn es drauf ankommt, geht nichts mehr. Der Versuch mit vier  DM-Qualifikationsmeetings vierzehn Tage vor dem Meisterschaftstermin im Norden, Westen, Osten und Süden der Republik wären irre spannend, vielleicht sogar zu vermarkten und mit Sicherheit ein besserer Weg, um die Kandidaten für die Deutschen Meisterschaften zu ermitteln.“ Die schnellen Zeiten wären dann in der Phase davor die Voraussetzung überhaupt in die Qualifikationsrennen zu kommen. Im Fußball bei den Pokalrunden und natürlich bei der Champions League ist das schon lange ein äußerst erfolgreiches Veranstaltungsmodell. Eigentlich spricht nichts dagegen so etwas einmal auszuprobieren. Schließlich braucht auch Deutschlands Leichtathletik nicht schnelle Verlierer sondern die Siegertypen.