Telis-Halbmarathonis holen in Freiburg mit sechs Mal Gold alles, was zu gewinnen war

Beinlich1 DM HM19 Koelpin FotoFreiburg, 7. April 2019 (orv) – Ausgerechnet am Start der Deutschen Halbmarathonmeisterschaften im sonst von der Sonne verwöhnten Freiburg begann es heftig zu regnen. Gepaart mit der Kälte des frühen Vormittags bibberten die Läufer/Innen bereits an der Startlinie, die Strecke war als winkelig und nicht gerade als schnell bekannt: Also ziemlich schlechte Aussichten für ein gutes Meisterschaftsrennen. Am Ende kam alles ganz anders. Die im Vorfeld auf breiter Front zu Favoriten abgestempelten Halbmarathonis von der LG Telis Finanz Regensburg schossen ein läuferisches Feuerwerk vom Feinsten ab. Allen voran Vierfach-Meisterin Miriam Dattke als überlegene Frauensiegerin mit ihrem ersten Rennen unter 1:12 Stunden, genauer gesagt 1:11:55h, die damit auch noch den U23 Titel holte und den Grundstein für Teamerfolge der LG Telis Finanz bei den Frauen und der U23 legte. Für absolute Verblüffung sorgte bei den Männern Telis-Sensationssieger Moritz Beinlich, der bei seinen 1:04:25h nicht nur seine weit höher eingeschätzten Teamkollegen Dominik Notz (1:04:27h) und Simon Boch (1:04:36h) abzockte sondern gleich noch seinen Hausrekord vom letzten Jahr um unglaubliche fünf Minuten verbesserte.

Es war der erste Männer-Dreifachtriumpf der LG Telis Finanz bei Deutschen Meisterschaften überhaupt. Damit erübrigte sich schon während des Rennens die Frage nach dem Mannschaftsgold. Am Ende war Team 2 mit dem Fünften Konstantin Wedel und einem bärenstarken Debüt in 1:05:15h, dem erneut seinen Hausrekord einstellenden Kevin Key (9./1:06:02h) und dem an diesem Tag etwas indisponierten Tim Ramdane Cherif (10./1:06:31h) noch satte vier Minuten schneller als der Meister aus dem Vorjahr. Gold Nummer fünf und sechs steuerten das Frauenteam mit Dattke, Thea Heim und Marina Rappold, sowie das U23-Trio mit erneut Dattke und Rappold, sowie Eva Schien bei. Da gingen dann die weiteren drei Telis-Silbermedaillen mit der ebenfalls Bestzeit laufenden Frauen-Zweiten Thea Heim (1:13:57h), der U23-Zweiten Marina Rappold (1:19:37h) und der zweiten Frauenmannschaft  mit Mira Parisek (1:22:39h), Eva Schien (1:24:20h) und Barbara Ferstl (1:26:05h) schon fast ein wenig unter.

Dattke1 DM HM19 Koelpin Foto klein„Das ist mein erster Titel bei den Frauen, das freut mich natürlich sehr. Und die Zeit ist unglaublich, damit habe ich auf dem schwierig zu laufenden Kurs nicht gerechnet. Als ich kurz vor dem Ziel aus der Ferne die Uhr gesehen habe, konnte ich die Zeit nicht glauben. Ich muss aber gestehen, die letzten fünf Kilometer waren hart, da hat mich die tolle Stimmung an der Strecke getragen. Die letzten 500 Meter habe ich dann nochmals alles gegeben, um unter 1:12 Stunden zu kommen“, freute sich die Regensburgerin im Interview bei leichtathletik.de. „Dass ich hier, in meinem ersten Männerjahr, gleich Deutscher Meister werde, ist für mich eine Mega-Überraschung. Und dass ich dann noch meine Bestzeit um rund fünf Minuten verbessere, ist unglaublich. Für mich war der Rennverlauf optimal, das Anfangstempo war nicht so hoch. Als gelernter Mittelstreckler profitiere ich natürlich, wenn ich zum Schluss noch vorne mit dabei bin“, sagte Männer-Sieger nach dem Rennen. Da hatte er schon, übermannt von extremen Gefühlen, ein Paar Tränchen vergossen. „Ich gönne meinem Trainingskumpel Moritz den Sieg von ganzem Herzen, der erste Männertitel bei Deutschen Meisterschaften ist immer etwas ganz Besonderes“, gratulierte Simon Boch dann auch gleich spontan und ehrlich. Der lange Zeit die zweite Hälfte bestimmende Dominik Notz suchte schon nach zehn Kilometern sein Heil in der Flucht nach vorne, hatte am Schluss aber die Rechnung ohne Moritz Beinlich gemacht. „Es war für mich die einzige Chance auf Gold, da ich im Endspurt gegen meine Teamkollegen sowieso keine Chance sah.“

„Unser Sternchen ist absolut abgezockt gelaufen und hat aus dem letzten Meisterschaftsrennen vor einem Jahr viel gelernt. Auf der vor allem für Frauen sehr schwierigen, weil hügeligen Strecke noch einmal so eine Zeit zu herzuzaubern, zeigt, dass sie in der Zukunft sehr hohes Potential auf der Straße hat“, kommentierte Telis-Coach Kurt Ring Miriam Dattkes Bravourstück. „Das Gesamtergebnis unserer Läuferinnen und Läufer ist fast ein wenig unwirklich, im Grunde nicht mehr zu toppen. Wir haben alles geholt, was für uns möglich war. Am Streckenrand wurde ich gefragt, wie wir das in Regensburg so machen. Nun es ist das Ergebnis vieler Jahre harter Arbeit, in denen unsere Schützlinge einfach ihren Weg gegangen sind“, resümierte Ring am Ende einen Tag, der auch für die erfolgsverwohnten Telis-Asse am Ende ein ganz besonderer war.